Mittwoch-Impuls vom 06.05.2020

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Info und Kontakte

Predigt und Ablauf: Sarah Fakhoury

E-Piano und Orgel: Bruno Sauder

Technik und Schnitt: Edith Lengacher

Musik: Eingangsspiel Marx Philipp Zeyhold (1704-1760) Concerto B-Dur 1.Satz (Husumer Orgelbuch)
Ausgangsspiel 3.Satz

Ablauf und Predigt als Text

ANGST – UND NUN?

Mittwochsimpuls zu Markus 4, 35-41

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1Ein Psalm Davids.

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wasser.

3 Er erquickt meine Seele. Er führt mich auf rechter Strasse um seines Namens willen.

4 Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.

6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. (www.bibleserver.com)

 

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer

im Pflegeheim, via CD oder Internet,
liebe Leserinnen und Leser,

mit den Worten aus Psalm 23 begrüsse ich Sie recht herzlich zu unserem Mittwochsimpuls. Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen, einen Moment innezuhalten und auf Gottes Wort zu hören. Ich wünsche Ihnen, dass Ihnen dieser Impuls zur Stärkung und zur Erfrischung dient – so, wie einen auch frisches Wasser und grüne Auen beleben und erquicken.

 

     Lasst uns beten mit den Worten des Mittagsgebets (Nr. 583 im evangelisch-reformierten Gesangbuch):

 

In der Mitte des Tages halten wir inne.
Wir wollen unsere Herzen und Hände erheben zu Gott, der unseres Lebens Mitte ist.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit.
Amen.

 

Psalm 23 wurde verschiedentlich vertont. Z. B. als Lied „Der Herr ist mein getreuer Hirt“, Nr. 15 im evangelisch-reformierten Gesangbuch.

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35 Am Abend jenes Tages sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Kommt, wir fahren zum anderen Ufer hinüber!“

36 Die Jünger verabschiedeten die Leute; dann stiegen sie ins Boot, in dem Jesus noch sass, und fuhren los. Auch andere Boote fuhren mit.

37 Da kam ein schwerer Sturm auf, sodass die Wellen ins Boot schlugen. Das Boot füllte sich schon mit Wasser,

38 Jesus aber lag hinten im Boot auf dem Sitzkissen und schlief. Die Jünger weckten ihn und riefen: „Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir untergehen?“

39 Jesus stand auf, sprach ein Machtwort zu dem Sturm und befahl dem tobenden See: „Schweig! Sei still!“ Da legte sich der Wind und es wurde ganz still.

40 „Warum habt ihr solche Angst?“, fragte Jesus. „Habt ihr denn immer noch kein Vertrauen?“

41 Da befiel sie grosse Furcht und sie fragten sich: „Wer ist das nur, dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen!“          (www.bibelserver.com)

 

Über diesen Text aus Markus 4 ist schon viel gesprochen worden. Es ist eine beliebte Geschichte, die sich in zahlreichen Kinderbibeln findet. Auch in meinen Kinderbibelgeschichten war sie mit von der Partie – mit ausdrucksstarken Bildern: riesige Wellen, zerrissene Segel – und plötzlich, nach Jesu Befehl: eine spiegelglatte Wasseroberfläche. Und staunende Jünger: „Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen?!“

     Für die Jünger, die in diesem Boot waren, war das aber keine bekannte Geschichte. Sie wussten nicht, dass auf der letzten Seite des Kinderbibelbuchs der See spiegelglatt sein wird. Für sie war die Angst real. Kam noch dazu, dass man zu jener Zeit glaubte, dass der See und das Meer das Zuhause der Dämonen, der Unterwelt, sei. Und dieses Zuhause faucht nun auf, schlägt Wellen und bedroht die Jünger. Ist es da verwunderlich, dass sie Angst haben?

     Aber Jesus fragt trotzdem: „Warum habt ihr solche Angst?“

     Was würden wir antworten?

Warum haben wir solche Angst?

     Haben wir Angst, alleine zu sein?

Haben wir Angst, unwichtig zu sein?

Haben wir Angst, krank zu werden? Einsam zu sterben?

Haben wir Angst, unsere Arbeit zu verlieren, Rechnungen nicht bezahlen zu können, Schulden zu machen?

Haben wir Angst, das Leben nicht meistern zu können?

Haben wir Angst um unsere Liebsten?

     Angst hat viele Gründe. Ich kenne sie nicht alle. Und Angst ist individuell. Nicht alle fürchten sich vor dem Gleichen. Und nicht alle fürchten sich im gleichen Ausmass. Ich will an dieser Stelle auch gar nicht weiter auf die verschiedenen Gründe für Angst oder ihre Auslöser eingehen. Aber ich will darauf eingehen, was die Jünger in ihrer Angst gemacht haben: Sie haben Jesus geweckt. Sie haben ihm ihre Angst gebracht: „Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir untergehen?“

     Jesus war mit den Jüngern im Boot. Er hat diese Seequerung sogar lanciert. Er war im Sturm dabei. Was soll den Jüngern da also passieren, mag man denken. Jesus ist ja dabei – was fürchten die sich?

     Auch in unserem Leben kann es sein, dass wir zwar mit Jesus unterwegs sind, uns aber fürchten. Dass Jesus irgendwo „schläft“. Es kann sein, dass wir ihn nicht spüren. Dass wir nicht mehr sicher sind, ob er noch da ist oder nicht. Ob er sich um uns kümmert oder nicht. „Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir untergehen?“

     Die Jünger haben Jesus daraufhin aufgeweckt. Sie haben ihn gerüttelt und geschüttelt und in Todesangst geschrien: „Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir untergehen?“

     Doch, es kümmerte ihn. Er hat sich den Sorgen der Jünger angenommen. Anders, als sie es sich wahrscheinlich gedacht haben. Denn wer hätte gedacht, dass Jesus einen Sturm stillen kann? Aber er hat sie ernst genommen.

     Ich kenne Ihre Sorgen und Ängste nicht. Ich weiss nicht, wovor Sie sich fürchten.

     Aber ich glaube, dass Jesus Stürme stillen kann. Dass es ihn kümmert, wenn wir ihn um Hilfe rufen. Ich glaube, dass er eingreift. Nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Und nicht immer exakt nach unserem Zeitplan. Sonst hätte er ja nur sehr beschränkte Möglichkeiten.

    Aber ich glaube, dass er eingreift. Dass er in der Vergangenheit eingegriffen hat. Und dass er auch in Zukunft eingreifen wird.

     Amen.

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Passend zu diesem Thema ist Lied Nr. 22 aus dem Rückenwind: „Du bist mein Zufluchtsort“.


Als Fürbitte wählte ich die Worte aus dem evangelisch-reformierten Gesangsbuch, Nr. 292:

Ich danke dir, Gott,
dass ich nicht allein bin
auf dem Weg durch den Tag.
Du hast mir Menschen gegeben,
die mich begleiten,
dich mich verstehen,
die mich lieben.

Mein Gott, ich bitte dich
für meine Familie,
für meine Freunde:
Sei mit ihnen.
Sei mit uns.
Segne unsere Gespräche,

unser gemeinsames Leben.
Hilf uns teilen,
was du uns schenkst
und was du uns auflädst.
Gib uns Geduld und Treue.

 

Gott hört auch selber formulierte Gebete,

wie auch das Unservater:

Unser Vater im Himmel
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit.
In Ewigkeit. Amen.

 

„Dona nobis pacem“ (Gib uns Frieden) heisst das Lied Nr. 334 im evangelisch-reformierten Gesangbuch.

Obwohl wir uns nicht persönlich sehen und miteinander reden können, ist unser Seelsorgeteam gerne für Sie da, wenn Sie ein Gespräch wünschen. Rufen Sie uns an oder kontaktieren Sie uns schriftlich.

     Und auch wenn wir nicht zu Gottesdiensten zusammenkommen dürfen, sind wir trotzdem eine Gemeinde, die Ekklesia: die von Gott Herausgerufenen. So lasst uns in diesem Bewusstsein, dass Gott uns segnet und zum Segen für andere macht, in den Alltag zurückkehren.

 

„Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“

Amen.

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Theologisch-Diakonisches Seminar Aarau TDS

Das TDS Aarau (theologisch diakonisches Seminar) bietet als Höhere Fachschule Kirche und Soziales Ausbildungen für eine professionelle Berufstätigkeit. Das Diplom in Sozialdiakonie wird von Landes- und Freikirchen anerkannt, der Berufstitel „Gemeindeanimator/-in HF“ ist staatlich geschützt. Das TDS Aarau orientiert sich am christlichen Glaubensverständnis, richtet seine Theologie an der Bibel aus und weiss sich den Bekenntnissen der Alten Kirche und der Reformation verpflichtet. TDS-Absolventinnen und -Absolventen engagieren sich mit Hand und Herz für die Ausbreitung des Evangeliums. Als Kirchgemeinde ist es uns wichtig, dass kirchliche Mitarbeitende ihren Beruf auf der Grundlage des Evangeliums ausüben und so ArbeiterInnen im Weinberg Gottes sind.

 

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