Mittwoch-Impuls vom 15.04.2020

von

Info und Kontakte

Predigt und Ablauf: Heiner Bär

E-Piano und Orgel: Oliver Kopeinig

Technik und Schnitt: Edith Lengacher

Ablauf und Predigt als Text

Mittwochimpuls vom 15. April2020 zu Lukas 24, 13-35 "die Emmäusjünger"

 

Gebet

Lieber Vater, du bist unsere Burg, bei dir suche ich Schutz

Bei DIR bin ich geborgen, wenn die Coronaviren fliegen.

Du gibst meinen Gedanken weiten Raum, obwohl

meine Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt sind.

Du schenkst mir Zeit, innezuhalten und auf dich zu schauen.

Auf Jesus, deinen Sohn zu schauen.

Dich in deiner Grösse zu entdecken.

Aufzuatmen und neuen Mut zu schöpfen

Danke, dass du mich siehst.

Meine Ängste haben Platz in deinem Herzen.

Ich bin frei, hoffnungsvolle Wege einzuschlagen

In dem Raum, den du mir gibst.

Amen

 

Impuls

Wo ist Gott? Wo ist Jesus? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich 21 Jahre alt war. Ich habe ihn einmal gekannt, Jesus war mir Nahe, aber heute, wo ist Gott?

Ich spüre diese Nähe von Jesus nicht mehr. In mir ist eine Leere und gleichzeitig eine tiefe Sehnsucht nach Gott. Ich hatte ihn gekannt vor vielen Jahren, er war mir nahe oder war es nur eine Einbildung? Nein, Gottes starke Gegenwart war in meinem Leben real. Aber jetzt, er ist wie aus meinem Leben verschwunden. Ich habe ihn verloren, den Glauben und es schmerzt…..

 

Ist es den 2 Jüngern von Jesus ähnlich ergangen, die nach der Kreuzigung von Jesus von Jerusalem wieder nach Hause gingen nach Emmäus. Sie waren 3 Jahre mit Jesus unterwegs, sie erlebten, wie Menschen sich durch die Liebe von Jesus veränderten. Die einen wurden von ihrem Geiz und ihrer Selbstsucht befreit, andere erlebten körperliche Heilungen. Die beiden Jünger waren fröhlich mit Jesus unterwegs und sie wurden Zeugen, wie Jesus verhaftet wurde und am Kreuze starb. Aber sie haben auch von einigen Frauen gehört, die am Sonntag zurück kamen vom Grab, sie hätten Engel gesehen, die ihnen sagten, Jesus lebt!

 

Aber stimmt das? In der Bibel heisst es von diesen Beiden. Sie waren voller Traurigkeit.

 

Geht es Ihnen ähnlich? Ihr Glaube, die Hoffnung, Zuversicht, dass Jesus da ist, wurde von Zweifel überdeckt, aus ihrem Herzen verschwunden, es ist Angst da vor der Zukunft?

 

Ich ging als Kind in die Sonntagschule und jedes Jahr in ein Kinderlager. In diesen Frühlingslagern gewann ich Jesus lieb und besuchte als Sekundarschüler einen Teenagerclub und mit 14 Jahren habe mein Leben Jesus gegeben. Von diesem Moment an habe ich gewusst, in meinem Herzen wohnt Jesus.  Aber dann machte ich in Zürich eine Banklehre und in meiner Freizeit war ich 100% Pfadfinderleiter. Der Glaube verschwand langsam aus meinem Leben.

 

Nach der Rekrutenschule wohnte ich in Vevey und besuchte eine kleine deutschsprechende Kirchgemeinde. Mir war es sehr wohl in dieser Gemeinschaft. An einem 31. Dezember machte ich diese Erfahrung, die ich vorhin beschrieben habe. Ich zog an diesem Abend vom alten ins neue Jahr einen Bibelvers als Jahreslosungswort aus Psalm 63, wo es heisst: «Meine Seele dürstet nach dir, wie trockenes, dürres Land ohne Wasser.  Das war mein innerer Zustand, ich hatte eine solche Sehnsucht nach Gott, aber irgendwie war er nicht mehr in meinem Leben.

So ähnlich erging es unseren beiden Jüngern.

Es heisst in Lukas 24: « Als sie so miteinander sprachen und alles hin und her überlegten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. 16 Aber sie erkannten ihn nicht; sie waren wie mit Blindheit geschlagen.»

Voller Enttäuschung und voller Traurigkeit waren die beiden Jünger auf dem Heimweg nach Emmäus mit einem Gefühl der Leere. Der Sinn des Lebens ist plötzlich verloren gegangen. Sie fühlten sich unendlich allein. Die Sache Jesu schien verloren, weil Er gekreuzigt worden war. Niemand wusste, wie weiter. Traurig und beschwert, eingeschlossen in ihren trüben Gedanken, sind die beiden Emmaus-Jünger unterwegs.

ABER Jesus war mit ihnen, aber sie haben ihn nicht erkannt.

Wie Ihre Situation auch ist, bei Ihnen im Pflegheim, oder bei Ihnen irgendwo in Romanshorn, Salmsach oder Hefenhofen. Jesus ist da und mit Jesus ist seine Liebe, sein Friede, seine Hilfe, seine Zuversicht da.

Jesus ist da bei Ihnen, auch wenn sie ihn nicht fühlen oder spüren. Jesus ist da

Im Laufe des Bibeltextes, in V. 31 heisst es: Da gingen den Jüngern die Augen auf und sie erkannten Jesus!

Die beiden Jünger, in sich gefangen, ohne Hoffnung und Glauben, die nach Hause wollten, kehren voller Glauben und Hoffnung, voller freudiger Gewissheit, dass Jesus lebt, nach Jerusalem zurück. Diese beiden Jünger hatten eine Begegnung mit Jesus. „Brannte nicht unser Herz? Wurde es uns nicht warm ums Herz?“ sagen sie zueinander.

 

Wie kann dieser „Umschwung“ vom Tod zur Auferstehung, von der Hoffnungslosigkeit zum Glauben, von der Einsamkeit zur Beziehung zu Jesus geschehen bei und was könnte das für uns heissen? Wie können wir da, wo wir menschlich gesehen am Ende sind, wo wir meinen, es ist alles vorbei, angerührt werden von Gott und wieder zu glauben beginnen?

Durch eine dreifache Öffnung darf es geschehen, so gibt uns die Geschichte der Emmaus-Jünger zu verstehen.

 

  1. Sie öffnen Jesus ihr Herz.
  2. Sie öffnen Jesus ihre Ohren und Jesus erklärt ihnen die Bibel
  3. Sie öffnen Jesus ihr Haus

 

Die Jünger öffnen Jesus ihr Herz. Im Bibeltext heisst es: « Jesus gesellt sich zu den beiden Emmaus-Jüngern und stellt ihnen die Frage: „Was sind das für Worte, die ihr da unterwegs miteinander wechselt?“ Darauf schütten Ihm die Jünger ihr Herz aus.

Öffnen Sie Jesus ihr Herz, sagen Sie Jesus alles, was sie bedrückt, alle Schmerzen, alle Enttäuschungen, alle Not, alles Entsetzliche, alle Angst. Vielleicht hat uns jemand, an dem wir sehr gehangen haben, für den wir uns eingesetzt haben, für den wir „alles getan haben“, uns verlassen, durch Tod oder andere Ereignisse. Das Gefühl der Leere, der Verlassenheit ist. Sagen sie es Jesus.

Der Umschwung vom Tod zum Leben, zum Glauben beginnt also mit dieser Herzens-Ausschüttung. Wir dürfen Gott alles anvertrauen. Unsere innersten Gedanken, Gefühle, und unsere grössten Ängste; unsere geheimsten Wünsche, Träume und Hoffnungen. All das, was in unserem Herzen tief verborgen ist.

Wie Jesus die beiden Emmaus-Jünger fragt, fragt Jesus auch uns, dich und mich: Was bewegt dich? Was schmerzt dich. Jesus wartet darauf, dass wir ihm unser Herz öffnen.

 

Die Jünger öffnen Jesus ihre Ohren und Jesus hat den Jüngern den Sinn seines Todes erklärt: „Musste der Gesalbte nicht solches erleiden und so in seine Herrlichkeit eingehen?“  Und Jesus fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in allen Schriften über ihn steht. Und so langsam beginnt es den Emmaus-Jüngern zu dämmern: Dass sie in ihrer tiefsten Not, in ihrer dunkelsten Stunde noch immer von Gott umfangen sind; ja, dass der furchtbare Tod Jesu am Kreuz nicht das schreckliche, sinnlose Ende geblieben ist; sondern zum wunderbaren Anfang wurde, zum Zeichen der Liebe Gottes, von der uns nichts scheiden kann, weder Hohes noch Tiefes, weder Leben noch Tod. Jesus öffnet den Jüngern die Schrift; er legt ihnen aus, was in der Bibel über ihn steht. So möchte Sie ermutigen, in der Bibel lesen (es gibt auch Hörbibeln). Jesus kann durch die Bibel mit uns kommunizieren.

 

Die beiden Jünger laden Jesus in ihr Haus ein. Als sie in Emmäus angekommen sind sagen die beiden Jünger zu Jesus: „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich schon geneigt.“ Die Jünger öffnen Jesus ihr Haus und Jesus tritt ein. Für uns könnte das bedeuten: Ihn einlassen, Ihm Raum geben in allen Bereichen unseres Lebens. Auf der Arbeit und in der Freizeit.  Wo wir Jesus einlassen, da wohnt Jesus; wo wir Jesus Raum geben, da kommt Jesus; und als ein höflicher, freundlicher Gast bringt er auch ein Geschenk mit:  Nichts weniger als sich selbst, sein Leben, seine Liebe; nichts weniger als den Heiligen Geist. Kein Geist der Furchtsamkeit und Mutlosigkeit, sondern ein Geist der Kraft, Liebe und Besonnenheit. Jesus bringt uns Liebe, Freude, Friede und Freundlichkeit.

Möchten auch Sie Ihr Leben öffnen für Jesus und ihn in unser Leben hineinbitten, dass er in Ihrem Herzen wohnen darf?

Amen

 

Lied „Ich möcht, dass einer mit mir geht“
Text: Hanns Köbler, 1964. Nr. 585  «Jubilate – ergänzende Liedersammlung zum reformierten Kirchengesangbuch»                                                     

  1. Ich möcht, dass einer mit mir geht der’s Leben kennt, der mich versteht,
    der mich zu allen Zeiten kann geleiten. Ich möcht‘, dass einer mit mir geht.
  2. Ich wart, dass einer mit mir geht, der auch im Schweren zu mir steht,
    der in den dunklen Stunden mir verbunden. Ich wart, dass einer mit mir geht.
  3. Es heißt, dass einer mit mir geht, der’s Leben kennt, der mich versteht,
    der mich zu allen Zeiten kann geleiten. Es heißt, dass einer mit mir geht.
  4. Sie nennen ihn den Herren Christ, der durch den Tod gegangen ist;
    er will durch Leid und Freude mich geleiten. Ich möcht‘, dass er auch mit mir geht.

 

 

Angaben zu den Werken für den Mittwochimpuls:
Eingangspiel: Präludium in F, Susanne Lemcke (1930*), Gadebusch
Eingangsworte: "Christ ist erstanden" Text: EGB 1971 nach Bayern/Österreich 12./15. Jh. und Wittenberg (1529) 1533
Melodie: Salzburg/Tegernsee 14./15.Jh, und Wittenberg (1529) 1533 nach der Ostersequenz "Victimae paschali laudes" des Wipo von Burgund vor 1050
Impuls: "Ich möcht' dass einer mit mir geht", Text und Melodie: Hanns Köbler Oliver Kopeinig/Heiner Bär
Fürbitte: "Schalom, Schalom" Text/Melodie Gisela Steil, Chorsatz: Stefan Birngruber
Segen: Musikstück von Joseph Alois Holzmann, (1762-1815)

Downloads
Kollekte

In der Fastenzeit geht die Kollekte an folgende Projekte:

INDONESIEN: WIDERSTAND GEGEN WEITERE PALMÖLPLANTAGEN (Brot für alle-Projekt):

Die weltweite Nachfrage nach dem Öl steigt ständig. Und davon wollen viele profitieren. Entsprechend schnell vergrössern die Konzerne ihre Plantagen. Die Rechte der Menschen in den Dörfern bleiben dabei auf der Strecke. Der Bevölkerung steht nur noch ein kleiner Teil des nutzbaren Bodens zur Verfügung. So fehlt vielen das Land, um Nahrung für sich und die Familie anzubauen. Und nur wenige finden Arbeit auf den Plantagen oder in der Verarbeitung des Palmöls. Zusammen mit der Partnerorganisation Walhi setzt sich Brot für alle für die Rechte der Bevölkerung ein und unterstützt sie im Widerstand gegen Landgrabbing.


KAMERUN: UNTERTÜTZUNG VON UEEC:

Als Kirchgemeinde unterstützen wir die Partnerkirche UEEC in Kamerun seit 2014. In dieser Zeit wurden verschiedenste Projekte (Kirchenneubau in Douala, Gesundheitszentrum in Touboro, Inlandflüchtlingshilfe, usw.) von uns finanziell unterstützt. Seit 2011 ist SAM global das Verbindungsglied zwischen den Kirchen in der Schweiz und in Kamerun.

Mit dem Auftreten der Extremistengruppe Boko Haram in der Region Extrême Nord mussten 2014 sämtliche Einsatzleistende von SAM global das Land verlassen. Seither verantwortet die UEEC die Projekte in Zusammenarbeit mit zahlreichen, gut ausgebildeten, pflichtbewussten und initiativen lokalen Mitarbeitenden. SAM global sorgt weiterhin dafür, dass unsere Spenden an den richtigen Ort kommen.

 

Wenn bei einer Einzahlung nichts angekreuzt ist, geht der eingegangene Betrag je zur Hälfte an die beiden Projekte.

Zurück