Schweizer Psalm
Wir kennen alle den Schweizer Psalm, unsere Nationalhymne. Besonders am 01. August wird diese landauf- und landab gesungen. Das Lied gehört zur Nationalfeier wie Wurst, Brot und Bier. Immer bei der Strophe übers Gebet, schaue ich jeweils in die Runde der Anwesenden und frage mich: «Wissen Sie wirklich, was sie jetzt singen? Glauben sie das von Herzen oder ist es einfach eine jährliche emotionale patriotische Handlung ohne grosse persönliche Bedeutung?
Der Schweizer Psalm ist mehr als eine Nationalhymne. Er erinnert uns daran, dass die Schweiz nicht durch Macht, Reichtum oder militärische Stärke, sondern durch Dankbarkeit, Verantwortung und die Wahrnehmung einer höheren Ordnung entstanden ist. Der wiederkehrende Gedanke des Psalms lautet: In der Schönheit der Natur, im Frieden des Landes und in den Herausforderungen des Lebens soll der Mensch etwas erkennen, das größer ist als er selbst: Den Schöpfer! Und mit IHM können wir reden. Beten. Als Christen wissen wir darum, doch ich muss gestehen, dass ich selten für die Schweiz als Land bete. Doch es gäbe viel Grund zum Danken oder die Fürbitte.
Wer für sein Land betet, bittet nicht darum, dass es besser ist als andere Länder. Man bittet darum, dass die Menschen im Land gerecht, friedlich und verantwortungsvoll miteinander leben können. Dazu braucht es mehr als Gebet. Aber im Gebet werden wir uns bewusst, dass wir es nicht allein können und wir Gottes Segen benötigen. Darum: «Betet, freie Schweizer, betet!» Nicht nur am 01. August.
Diakon Daniel Gerber