Monatsgedanke
«Danken schützt vor Wanken. Loben zieht nach oben.»
Ein Sprichwort, das zwei biblische Lebensweisheiten ausdrückt.
Die momentane Weltsituation kann Anlass geben, sich zu sorgen: Nachrichten von ausufernden Kriegen, politische Entwicklungen, Dürren, Waldbrände, Flüchtlingsnot, Umgang mit der Digitalisierung (KI), fragwürdige Ideologien, die Bewährtes ersetzen usw. Jeder von uns könnte diese Liste mit persönlichen Sachen erweitern. Alles Sachen, die nicht wirklich dankbar stimmen und zum Loben anregen. Und trotzdem sind wir in vielen Stellen in der Bibel dazu ermutigt, eine dankbare Haltung zu bewahren und Gott zu loben auch in Zeiten der Not. 1. Thess. 5,18 fordert uns auf: «Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.» In der Dankbarkeit und im Lob zu Gott hin scheint etwas verborgen zu sein, dass uns mit den Nöten in dieser Welt umgehen lässt. Die Psalmen und andere biblischen Texte weisen uns darauf hin. Denn Not kannten sie damals schon. Die Schreiber dieser Texte drücken oft ihre Not mit Klagen über die Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit aus. Dies waren Situationen, die sie selbst erlebten/beobachteten und für sie real waren. Doch beim Klagen blieben viele nicht, sondern endeten am Schluss in einer dankbaren, lobenden Haltung gegenüber Gott.
Im Dank und Lob an Gott scheint sich die Klage in ein Ja zur Situation, in die uns Gott gestellt hat, zu verwandeln. Ein Ja, das, auch wenn es das Verständnis übersteigt, proklamiert: «Gott hat es im Griff!», «Auf ihn ist Verlass!» Dies hilft uns, Situationen einzuordnen und gleichzeitig aufreibende, negative Schuldzuweisungen loszulassen. Es ist eine Vertrauensbezeugung zu Gott. Die Psalmenschreiber erlebten dadurch einen Perspektivenwechsel und durften eine Haltung der Dankbarkeit in der Not erleben. Eine Haltung, die wiederum ins Lob Gottes führt und unsere Blicke nach oben richtet, zu dem hin, der alles geschaffen hat und es zum Guten führen kann.
«Danken schützt vor Wanken. Loben zieht nach oben.»
Diakon Stefan Maag