Ein feste Burg – Musik zum Reformationsjubiläum

von Monika Visintin (Kommentare: 0)

Die Projekt-Kantorei Romanshorn präsentiert Chor-Musik mit Werken von Georg Philipp Telemann. Ergänzend dazu erklingt Kammermusik, ebenfalls von Telemann, dessen Tod sich dieses Jahr zum 250. Mal jährt – auch dies also ein Jubiläum! Als Instrumentalistinnen wirken Karin Dean (Barockvioline), Barbara Weishaupt (Cello) und Johanna Jud (Orgel-Positiv) mit. Die Blockflöte wird von Markus Meier gespielt, in dessen Händen auch die Gesamtleitung liegt.

Sonntag 5. November 2017, 17.00 Uhr, Evang. Kirche Romanshorn. Teilweise wird das Programm auch im Gottesdienst um 9.30 Uhr zu hören sein.

Wenn die evangelische Kirchenmusik im Telemann-Gedenkjahr 2017 zugleich auf die Reformation Martin Luthers vor 500 Jahren zurückblickt, so verbindet sich beides zwanglos in einem gemeinsamen Blickfeld: Telemann ist, mit Schütz und Bach, einer der Grossen der evangelischen Kirchenmusik. Seine Motetten sind von lutherischer Theologie und Predigttradition durchdrungen; und wie Bach steht er fest auf dem Boden der lutherischen Orthodoxie. Die ganze Sprachmacht Luthers kommt vor allem in den Bibelversen der Kantateneingangschöre zur Geltung. Texte aus der Luther-Bibel finden sich darüber hinaus in Telemanns „Biblischen Sprüchen“, in denen sich Luthers Wortkunst eindrücklich mit der Telemann eigenen Kunst des affektiven Ausdrucks und musikalischer Bildlichkeit verbindet. Die Motette „Ein feste Burg ist unser Gott“ auf der Grundlage des bekannten Luther-Liedes steht im Zentrum des Reformations-Gedenkens. Drei Motetten aus den „Biblischen Sprüchen“ ergänzen das Programm.

Die drei zwischen die Vokalwerke eingeflochtenen Triosonaten zeigen einen weiteren Aspekt Telemanns: den des ungeheuer produktiven, fantasievollen und auch unbeschwerten Komponisten von Kammermusik in allen erdenklichen Besetzungen. Blockflöte und Violine über einem so genannten Basso continuo (in unserem Fall Cello und Orgel-Positiv) dürften zu den beliebtesten Kombinationen gezählt haben.

Der Eintritt ist frei – es wird eine Kollekte erhoben.

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